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An einem Samstagnachmittag im Lieblingscafé geriet ich mit einer Freundin in eine Diskussion. Der Anlass: Ein unübersehbarer Camo-Sweater auf Instagram. Also das Muster, was Soldaten tragen, um sich in Kriegssituationen vor ungewollten Blicken zu schützen. Während das Mädchen in Sachen Kombination wohl alles richtig machte, fragten wir uns ob sowas in der heutigen turbulenten Zeit wirklich richtig ist – und angemessen. Ungewollt wird man an aktuelle Schlagzeilen erinnert. Es gibt schließlich viele andere Muster die man wählen könnte, oder? Während wir vor uns hin diskutierten, fiel mir auf: Meine Freundin trug Chino Hosen, ich eine Bomberjacke. Zwei sehr populäre Stücke, die ursprünglich auch aus der Militärmode stammen. Scheinheiligkeit, here you go. Wo soll man die Grenze ziehen, oder zieht man sie besser nicht? 

Viele von uns wissen vielleicht nicht, dass das ein oder andere Lieblingsstück historisch vorbelastet ist. Manchmal ist es ziemlich offensichtlich, wie bei Combat Boots oder dem sehr populären Militärmantel, der jeden Winter erneut in den Läden hängt. Auch der klassische Trenchcoat stammt ursprünglich aus der Militärmode. Er wurde von französischen und britischen Soldaten im ersten Weltkrieg getragen. Nachdem ich Bermuda-Shorts bei so vielen Spring/Summer Runwayshows für 2018 entdeckt habe, lohnt es sich, die Verbindung zur Royal Navy zu erwähnen, der britischen Kriegsmarine. Die kurzgeschnittene Hose zählte zur Uniform der Marines. 
Und dann gibt es natürlich noch den Camouflage Print, der derzeit wieder überall zu finden ist. Lustig: Während der ursprüngliche Sinn eigentlich das Verbergen sein sollte, kann man heute wohl nichts Auffälligeres tragen als Camo in der City. Wenn ich Jemanden mit Camouflage Jacke sehe, wird grundsätzlich erstmal geglotzt und abgescannt. Das ist in der Regel kein politisches- sondern ein modisches Statement. 

Fashion Trends:

The Military Coat

Die historischen Bezüge sind eher unangenehm. Auf der anderen Seite muss man Mode auch immer im zeitgeschichtlichen Kontext sehen. Früher trugen Soldaten Chino Hosen und Offiziere Doppelknopfmäntel. Heute sieht das anders aus. Wahrscheinlich möchte einer Dinge um sich haben, die in irgendeiner Art und Weise an Krieg erinnern. Aber das Thema völlig zu umgehen, könnte schwierig werden. Dann müssten wir zum Beispiel auch auf Navyblau verzichten – seit dem 18. Jahrundert die Farbe der Kriegsmarine von England. 

Mit dem Camo-Print kann ich mich allerdings trotzdem nicht anfreunden. Vielleicht weil mich das Tarnmuster mehr an direkte Kampfsituationen erinnert und immer noch zu diesem Zweck getragen wird. Was wir heute als Offiziersmantel bezeichnen, spielt im Militär keine Rolle mehr. Da wäre sie – meine Rechtfertigung für dieses Outfit, was sich rund um den Military Maxi-Mantel von Even & Odd dreht. Militärmode im Alltag: ja oder nein – lasst mir gerne eure Meinung als Kommentar da!


MILITARY COAT: EVEN & ODD |  SWEATER: COS  |  JEANS: TOPSHOP ‚DREE‘ |  SHOES: ZARA  |   BAG: REBECCA MINOFF  |  SUNGLASSES: RODENSTOCK

PICTURES BY NIKAS GÜNTHER

Shop The Look:

The Military Maxi Coat